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Die Kleingartenbewegung entstand in Europa im Verlaufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Heute zählt die Bewegung 9.000.000 Mitglieder in 15 europäischen Ländern und versucht durch zahlreiche Aktivitäten, eine konkrete Antwort auf die tagtägliche Gewalt in einer demokratischen Gesellschaft zu geben. Am Anfang der Entstehungsgeschichte der Kleingärten lag deren hauptsächliches Ziel darin, das Wohlergehen des "Menschen" zu verbessern, das stark gekennzeichnet war sowohl durch die zu dieser Zeit herrschende große Armut als auch durch seine Entwurzelung, hervorgerufen durch die massive Abwanderung aus den ländlichen Gebieten in die Städte, welche durch die Industrialisierung hervorgerufen wurde. 1) Es ist eine Tatsache, dass der Stadtmensch den Kontakt mit der Erde und der Natur verloren hat, den er auf dem Lande noch besessen hatte. Die Zuteilung eines Kleingartens (das ehemalige Stück Land) brachte hier eine Lösung. 2) Die Bebauung dieses Kleingartens ermöglichte es diesen entwurzelten Familien ihre Armut zu lindern, dadurch dass sie Obst und Gemüse anbauen und ernten konnten. 3) Die Arbeit im Garten verfolgte damals auch den Zweck, zu verhindern, dass die Arbeiter dem Alkoholismus verfielen. 4) Der Aufenthalt und die Arbeit im Garten, in der freien Luft, sollten auch die negativen Auswirkungen der Arbeitsbedingungen und der oftmals ungesunden Wohnungen auf die Gesundheit der ganzen Familie ausgleichen. Mit der Entwicklung der Gesellschaft, der Verbesserung der Arbeitsbedingungen, der Verringerung der Arbeitszeit, einer steigenden Urbanisation, der Bewusstseinsentwicklung hin zu ökologischeren Betrachtungsweisen und der Reaktion auf die verschiedenen Skandale im Bereich der Nahrungs-mittel, erhielten die Kleingärten zusätzliche Funktionen, so zum Beispiel: 1) Der Anbau von gesunden Nahrungsmitteln; 2) Die wohltuende Beschäftigung während der Freizeit in der Nähe des Wohnortes und dies für die ganze Familie. 3) Die Verbesserung der Lebensqualität in der städtischen Umgebung (Luft, verbaute Umwelt, ,...)
5) Die Verbesserung der Kontakte unter den Stadtbewohnern (oft stark isoliert), der Kontakte zwischen den Generationen, zwischen Menschen von verschiedenen Rassen und Religionen, die Integration von Ausländern. Gewalt gibt es seit es die Menschen gibt und jede Epoche musste sich mit den Gründen der zu der jeweiligen Zeit vorherrschenden Arten von Gewalt auseinandersetzen und hierfür Lösungen finden. Heute ist Gewalttätigkeit ein tagtägliches Phänomen, wobei kleinere Zwischenfälle schon fast zum Alltag gehören und banalisiert werden (man spricht bloß von einem ²unzivilen² Verhalten). Diese Gewalttätigkeit nimmt aber eine Form an, welche die gesamte Gesellschaft zu destabilisieren droht und eine Bedrohung für die Demokratie darstellt. Ehe jedoch konkrete Schritte unternommen werden und Lösungen vorgeschlagen werden können, gilt es auch heute die Gründe für diese Gewalt zu identifizieren und zu untersuchen, um so Lösungen zu finden, die sowohl der verbalen und physischen Gewalt als auch dem Vandalismus entsprechen. Als Beispiel kann man einige Gründe aufzählen, die zu Gewalt führen können. 1) Beschäftigungsmangel / Arbeitslosigkeit Die Kleingärten ermöglichen auf diese
Phänomene zu reagieren Das Ergebnis ihrer Arbeit, also die Ernte, ermöglicht es ihnen über einen Zusatz an gesunden Nahrungsmitteln zu verfügen und somit auch ihre finanzielle Not zu lindern.
und Anerkennung wieder zu finden, die nach und nach zu einer positiveren Einstellung gegenüber der eigenen Zukunft führen. Dies gilt für alle Erwachsenen aber auch für alle jungen Leute, die so dank dem natürlichen Jahreszyklus und dem von ihren Eltern erzielten Resultat einsehen, dass Entmutigung und Kapitulation keine Lösungen für ihre Probleme darstellen können. Der Kontakt mit den anderen Mitgliedern der Kleingartenorganisation, mit denen man die gleichen Sorgen teilt, aber auch die gleichen Hoffnungen und Freuden, fördert die Integration in die Vereinigung und folglich in die Gesellschaft als Ganzes. Weiterhin erlaubt es das Zusammensein der ganzen Familie in dem Garten, ein gemeinsames Ziel anzustreben: "ein besseres Leben zusammen miteinander". Das Vereinsleben ermöglicht es, auch wenn dies etwas Zeit in Anspruch nehmen kann, Aufgaben zu übernehmen und somit auf eine konstruktive und auf demokratische Art und Weise an dem Leben der Gesellschaft teilzunehmen. Die Anwesenheit von ausländischen Gärtnern (die immer zahlreicher werden) in diesen Kleingartenanlagen erlaubt eine Kontaktaufnahme und ein besseres Verständnis aller auf beiden Seiten beteiligten Personen, sowie auch der durch die Kulturen und den Ursprung bedingten Unterschiede. Alle Beteiligten lernen miteinander zu kommunizieren und sich gegenseitig zu akzeptieren. So berichtet ein Schweizer Gärtner, während er über die marokkanischen Mitglieder seiner Vereinigung spricht, "Anstatt, dass wir uns über den von ihnen verursachten Lärm geärgert haben, haben wir lieber gelernt zusammen mit ihnen zu feiern". Die Kleingartenanlagen bilden eine grüne Oase mit einer wechselnden Vegetation während des ganzen Jahres. Sie befinden sich inmitten oder in der Umgebung von Etagenwohnungen, die oftmals unmenschlich sind, eine hohe Einwohnerdichte aufzeigen, und oftmals eintönig und verfallen sind. Die Anlagen ermöglichen es diese Wohnbedingungen ‚menschlicher’ zu gestalten und die Lebensqualität zu verbessern, die Eintönigkeit der Gebäude zu brechen und die Gemütsstimmung sowie auch das Verhalten der Einwohner positiv zu beeinflussen. Die Vereine bzw. Vereinsmitglieder, die sich zum Beispiel im Sommer während der Schulferien um die Kinder kümmern, vermitteln diesen Kindern eine gewisse Freude am Leben und neue Hoffnung. Hierdurch wird verhindert, dass sie während der Zeit, in der sie nicht beschäftigt sind, dazu verleitet werden, ihre Frustration durch "Unruhestiftungen" auszulassen wenn sie sehen, wie verschiedene Gesellschaftsklassen ihrem Wunsch nach Luxus uneingeschränkt nachgeben, während ihnen dies verwehrt bleibt. Die Tätigkeiten auf pädagogischen Parzellen, die während der Dauer eines Schuljahres bebaut werden, verfolgen ein doppeltes Ziel: - Gewaltreaktionen vorzubeugen (wobei solche Reaktionen zunehmend in einem früheren Alter auftreten), indem den Jugendlichen grundlegende Werte vermittelt werden betreffend das Leben in der Gesellschaft, die Achtung der Mitbürger und der Umwelt, die Freude an der eigenen Leistung, die Solidarität und die Geduld. - die großen Brüder dazu zu bringen, die Arbeit ihrer kleinen Brüder zu achten und somit auch die Arbeit der anderen Gärtner und der anderen Menschen im großen Ganzen. Die Kleingartenbewegung trägt damit mit ihren eigenen Mitteln zu
der Sie wird auch weiterhin ihre Bemühungen in diesem Bereich fortsetzen und bietet ihre Hilfe und ihre Zusammenarbeit den Behörden auf allen Ebenen an (lokal, regional, national und international) um die Gewalt hervorrufenden Gründe zu verringern und eine menschlichere Gesellschaft aufzubauen. Sie ist bereit mit den nicht von der Regierung abhängigen Vereinigungen, die ähnliche Ziele verfolgen, zusammenzuarbeiten, um so das Übel einzudämmen. Die Gärtner der Vereinigung fordern alle zuständigen Instanzen auf, ihnen Grundstücke zur Verfügung zu stellen und diese auf gesetzlichem Wege zu schützen, damit ihr Fortbestand gewährleistet bleibt. Nur so können in ganz Europa die Kleingärten eine positive Rolle für die ganze Gesellschaft übernehmen.
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