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Der Kleingarten in unserer Gesellschaft gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Nicht nur für unsere älteren Gartenfreunde, sondern auch für junge Familien mit Kindern. Unsere Kleingärtnerfamilien gestalten ihre Anlagen um, damit diese noch besser den Bedürfnissen von Kindern und jungen Familien entsprechen. Wahrnehmung trainieren Zunächst
können Kinder im Garten alle Sinne trainieren. Für die Entwicklung
der Kinder sind Erlebnisse in der Natur und speziell im Garten so wichtig.
Das Erleben von Düften, Farben, Formen und Geschmäcken. –
Sie können aber auch die Sinne trainieren wie Sehen, Riechen, Schmecken,
Fühlen und auch Hören, Tätigkeiten, die im Alltag immer
mehr verkümmern bzw. nur sehr begrenzt eingeübt werden. Dabei
sind sie für die Entwicklung eines Kindes von besonderer Bedeutung.
Eine möglichst vielfältige Umgebung fördert die gesunde
Entwicklung. Dabei ist das vertraute Umfeld so wichtig, das dennoch ständig
neue sinnliche Reize bereithält. Das naturnahe Erlebnisfeld „Kleingarten“
bietet dies im besonderen Maße. Die Kleingärtnervereine schaffen richtige kulturelle Zentren in den Anlagen, so neben Spielplätzen auch noch andere Einrichtungen wie z.B. Kaspertheater, Streicheltiergarten, Märchengarten, um Kindern auch mit diesen Möglichkeiten die Natur- und Umwelterziehung zu vermitteln. Disziplin und Ausdauer lernen Es ist wichtig, dass Kinder gerade in unserer oft hektischen Welt den Garten als Ort der Besinnung kennen und schätzen lernen. Gärten ermutigen uns, mit ihnen zusammenzuarbeiten, wir gestalten sie, aber sie prägen auch uns. Wir gehen mit ihnen auf eine auf Dauer angelegte Beziehung ein. Der Garten verlangt eine Art Disziplin, er verlangt, dass man sich auch dann um ihn kümmert, wenn man eigentlich keine Lust verspürt. Der Garten ist also ein Trainingsplatz für Disziplin, Ausdauer und Geduld. Diese Fakten sind gerade in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen so wichtige Säulen der Persönlichkeitsentwicklung. Ein weiterer Schwerpunkt in unserer gemeinsamen Arbeit ist es, dafür Sorge zu tragen, dass in den Kleingartenanlagen die Nachwuchsgewinnung, also die Aufnahme von jungen Familien mit Kindern, zielstrebig erfolgt, damit auch in Zukunft unsere kleinen Gärten bewirtschaftet werden. Hier einige Beispiele: Familie S.
mit Tochter Bettina sind stolze Besitzer einer Kleingartenparzelle in
Dresden/Deutschland geworden. Damit ist ein langersehnter Traum in Erfüllung
gegangen. Die Tochter Bettina kann in Umgebung von Natur im Sandkasten
spielen, im kleinen Planschbecken baden, Blumen pflücken und sicher
bald selbst auf einem eigenen Beet Radieschen oder Möhren säen. Nicht nur der Gartenbau steht im Mittelpunkt, im Kleingartenverein kann man auch wunderbar feiern: Schuleinführung mit Zuckertüten, Kindergeburtstage mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen, Lampionumzug und Vereinfeste mit Disco. Das schafft eine herzliche Atmosphäre und fördert den der Zusammenhalt. Wege zur Naturerziehung Auf dem Internationalen Seminar in Warschau haben wir uns mit dieser Thematik länderübergreifend befasst und es wurden viele Anregungen und Gedanken zu Kinder- und Jugendarbeit von den vertretenen Kleingärtnerverbänden dargestellt. Unter der Thematik „Wege zur Naturerziehung“ fördern besonders die Kleingartenvereine und –verbände in Deutschland Projekte und Aktionen, mit deren Hilfe junge Menschen an die Gärten herangeführt werden und Freude am Gärtnern entwickeln können. Die Schulgartenarbeit nimmt dabei einen zentralen Platz ein. Wir engagieren uns für die Erhaltung alter und die Einrichtung neuer Schulgärten. Schulgartenarbeit gibt es mit unterschiedlicher Gewichtung in allen europäischen Kleingärtnerverbänden. Dies ist bereits in Deutschland unterschiedlich ausgeprägt. So ist z.B. im Bundesland Sachsen-Anhalt/Deutschland im Lehrplan das Unterrichtsfach „Schulgarten“ verankert. In allen anderen Bundesländern geschieht dies auf freiwilliger Basis. So gibt es bereits heute wieder an 324 Schulen des Freistaates Sachsen/Deutschland Schulgärten. Eine nicht unbedeutende Anzahl von Schulgärten finden wir auch in unseren Kleingartenanlagen wieder. Wir begrüßen diese Initiative von Vereinsvorständen, Parzellen in ihren Anlagen als Schulgarten bereitzustellen. Und hat man erst den Schulgarten auch mit Hilfe von Gartenfreunden und Eltern angelegt und sieht, wie begeistert Kinder in ihrer Unterrichtsgestaltung das naturnahe Gärtnern erlernen, sind diese Parzellen aus dem Gemeinschaftsleben der Vereine nicht mehr wegzudenken. In Österreich sind Kleingärten als öffentliches Grün gesetzlich verankert. Dadurch wurden durch den Verband Schulgärten und Behindertengärten gestaltet und eingerichtet. Hier kann man am besten die Kinder und Jugendlichen für die Natur gewinnen. Auch im eigenen
Verbandsinteresse – Stichwort Überalterung der Kleingärtner
– lohnt es sich, das Interesse unseres Nachwuchses am Gärtnern
zu fördern. Man sollte früh beginnen, in den Anlagen Kinderspielfeste
zu organisieren. Aber auch das Anfertigen von Muttertagsgeschenken hat
unsere Kinder begeistert. Die Betreuung für solche Veranstaltungen
haben die Eltern der Kinder übernommen. Auch Bastelnachmittage zum Anfertigen von Nistkästen und Insektenwänden haben sich bewährt. In Polen hat man einen Lehrer für künstlerische Tätigkeit gewonnen, der naturnahes und künstlerisches Arbeiten mit Kindern im Kleingarten realisierte. Bildnerische Techniken wie Basteln und Zeichnen wurden mit Kindern und Jugendlichen in Kleingartenanlagen durchgeführt. Auch Freilichtveranstaltungen für Kinder und Jugendliche mit Musikgruppen und anderen Aktionen eignen sich für Natur- und Umwelterziehung. Es gibt auch
Vereinbarungen mit Grundschulen und Kleingartenanlagen, um zu betreiben. Im Rahmen
von Pfadfindertagen werden über zwei Wochen Kinderferienlager In Luxemburg setzt sich der Verband aus Haus- und Kleingärtnern zusammen. Die Kinder- und Jugendarbeit konzentriert sich im Hausgartenbereich, wo die Kinder der Gartennutzer einbezogen sind. Viele der genannten Aktivitäten sind Ansporn für andere, auch solche Wege zu beschreiten, weil dies für die Zukunft eine lohnende Aufgabe darstellt.
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