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Office International
du Coin de Terre et des Jardins Familiaux a. s. b. l.

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Was bedeutet ökologische Gartenbewirtschaftung?



Ökologische Gartenbewirtschaftung ist
* altes Kulturgut
* basiert auf einer wissenschaftlich erarbeiteten Grundlage


Einige Grundregeln

* Lebensgemeinschaften sind umso artenreicher, je artenreicher ihr Lebensraum (Aufenthaltsort) ist.

* Eintönige Lebensräume (Monokulturen, Pflanzung von nur einer Sorte) bedingen zwar oft Individuenreichtum aber Artenverarmung (viele Lebewesen einer Art finden nur für sich einen geeigneten Lebensraum z.B. Schadinsekten, die keine natürliche Feinde haben können nur durch Pflanzenschutzmittel in Zaum gehalten werden).

* Menschliche Eingriffe in Lebensräume (z.B. Siedlungsdichten, Veränderung von Grund und Boden, künstliche Bewässerungssysteme) bedingen immer eine Artenverschiebung, eine Artenverarmung, eine Instabilisierung von vorhandenen Lebensgemeinschaften bis hin zum Aussterben verschiedener Lebewesen, falls keine neuen Lebensräume für die ursprünglich ansäßigen Lebewesen ("Ökologische Nischen") geschaffen werden.

* Die Kunst der ökologischen Gartenbewirtschaftung besteht darin, die Artenvielfalt durch Pflegemaßnahmen nur soweit einzuschränken, daß die angebauten Kulturpflanzen keinen Schaden erleiden.



Bodenpflege und Düngung

Bodenpflege

Ein aktives Bodenleben ist eine wichtige Voraussetzung für eine gesunde Ernährung der Kulturpflanze. In einer Handvoll intaktem Gartenboden gibt es mehr Lebewesen, als Menschen auf der ganzen Welt. Diese unzähligen Bodenlebewesen sind verantwortlich für Bodenlockerung, Bodenstruktur, Nährstoffaufbereitung, Abbau organischen Materials, aber auch für die Regulation von unterirdisch lebenden Schadorganismen. Durch eine gute Humusversorgung mit Kompost und eine vor Witterungseinflüssen schützende Grünpflanzendecke oder Mulchschicht (Bodenbedeckung mit abgestorbenem organischem Material, wie angewelktem Grasschnitt, Laub, Stroh, geschnittenem Grünzeug usw.) wird der Boden geschützt und das Bodenleben gefördert und ernährt. Zum Schutz des Bodenlebens und zur Förderung eines stabilen Bodengefüges wird der Boden nicht umgegraben und nie längere Zeit brach gelassen (ein belebter Boden ist auch ohne Frostgare krümelig und locker).

Im Spätsommer nicht mehr benötigte Anbauflächen werden mit einer passenden Zwischenfrucht angesät, damit der Boden auch über den Winter bedeckt bleibt (z.B. Spinat, Phazelia, Alexandrinerklee, Gelbsenf). Erst im Herbst frei werdende Flächen werden mit Mulchmaterial abgedeckt.


Düngung

Die Düngung erfolgt am besten mit organischen Materialien und nur während der Vegetationszeit. Für die Grunddüngung eignet sich v. a. gut gepflegter Gartenkompost, ev. Gemischt mit kompostiertem Rinder-, Pferde- oder anderem Säugetiermist, wobei insgesamt 4 - 8 Liter (= 1 - 2 Schaufeln) Kompost pro Quadratmeter und Jahr ausreichen. Sehr stickstoffbedürftige Pflanzen erhalten zusätzlich z.B. Hornmehl (30 - 50 g/m²), kalibedürftige Pflanzen werden mit Holzasche (100 - 150 g/m²) oder Beinwelljauche versorgt. Phosphorreiche Dünger, wie Hühnermist, Knochenmehl, Klärschlamm und einige Volldüngerprodukte werden nur bei nachgewiesenen Bedarf mit großer Zurückhaltung verwendet, denn zuviel Phosphor reichert sich im Boden an.

Wichtig ist die Düngung im richtigen Maß. Sowohl Über- wie auch Unterdüngung führt zu krankheitsanfälligen Kulturen.

Mittel zur Bodenverbesserung, Düngung und Kompostierung:

Steinmehl, Hornmehl, organischer Volldünger, "Toresa"-Torfersatz, Rindenkompost, Mistkompost, Mulchmaterialien, Kompostvlies, Kompostbehälter.

In der Bewirtschaftung eines naturnahen Gartens, steht die Zusammenarbeit mit der Natur im Vordergrund! Das sollte man immer bedenken.

Praktische Tips:

Die Verwertung aller organischen Abfälle aus Haus und Garten durch Kompost und Mulchen bildet die wesentliche Grundlage der Düngung im Garten. Zusätzlich können Gründüngungspflanzen eingesät werden. Mit der Anlage von Hügel- und Hochbeeten können Sie eine "vollautomatische" Nährstoffversorgung der darauf angebautem Kulturen sicherstellen.

Eine zusätzliche organische Stickstoffdüngung kann bei starkzehrenden Gemüsearten wie Kohl oder Gurken abgebracht sein. Neben organischen Handelsdüngern (Hornspäne, Hornmehl, u. a.) ist dazu Brennesseljauche geeignet.

Pflanzenteile der Brennessel werden dazu in einem Gefäß mit Wasser ca. 10 Tage lang gegoren: die Jauche kann dann 1 : 10 verdünnt als flüssiger Stickstoffdünger ausgebracht werden.

Bei Kalkbedarf kann auf Mergel, Hüttenkalk oder kohlensauren Kalk zurückgegriffen werden.