back

available languages:

Woche ohne Pestizide 2019

AktionswocheDas Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux und seine Mitgliedsverbände rufen alle Kleingärtner auf an der Woche ohne Pestizide, welche vom 20. bis 30. März 2019 organisiert wird, teilzunehmen.

Die Folgen von chemischen Kontrollen in der Landwirtschaft und in unseren Gärten sind uns gut bekannt. Dies aufgrund unzähliger Kampagnen, Nachrichten, Artikel usw. Die Wirkungszeit der chemischen Produkte ist begrenzt, deshalb muss ihre Anwendung jährlich oder sogar mehrmals im Jahr wiederholt werden. Diese Produkte bieten keine dauerhafte Lösung für zukünftige Landwirtschafts-oder Gartenmodelle.

Die jährlichen Behandlungen und Heilmaßnahmen um alle Plagen und Krankheiten zu bekämpfen, können zu Resistenzen der Erreger führen. Das ist vergleichbar mit den Resistenzen der Bakterien in der Medizin, die durch wahllosen Einsatz von Antibiotika nahezu unzerstörbar geworden sind.

Das Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux und seine Mitglieder wollen während der Woche ohne Pestizide 2019 Alternativen fördern. Diese Woche ist symbolisch, und sollte uns dazu bewegen, allgemein unsere Gewohnheiten zu ändern. Die Alternativen geben vielleicht nicht immer sofort im ersten Jahr die gewünschten Ergebnisse, aber auf lange Sicht werden sie es tun. Auch optisch weniger perfektes Obst und Gemüse ist gesund und wertvoll, da nachhaltig produziert.

Die Natur regelt alles!
Die Gärtner müssen mit der Natur/wie die Natur denken. Eine der Grundregeln ist: "Das Überleben der Stärksten".
Wählen Sie deshalb resistente Pflanzensorten, die eine natürliche Resistenz gegen Krankheiten aufweisen, z. B. die Sarpo Mira Kartoffel, die gegen Krautfäule resistent ist.
Oft sind die wilden oder älteren Sorten interessant, da sie im Laufe der Jahre eine Resistenz durch natürliche Selektion aufgebaut haben. Sie sind oft kleiner und weniger hübsch, dafür aber oft länger haltbar. Sie haben einen besseren Geschmack als F1-Hybride aus dem Laden. Zusätzlich können Sie die Samen von diesen alten und wilden Pflanzen für das nächste Jahr ernten. Dies ist mit den F1-Hybriden unmöglich.

Aufruf an alle Kleingärtner und Gärtner

Ein positiver Ansatz
Vereinen Sie Freunde und benutzen Sie diese! Tun Sie dies im wörtlichen Sinn, indem Sie "gemeinschaftliches Krautjäten" organisieren und so in der Gruppe zusammen Unkraut entfernen. Auch Insekten können eingesetzt werden, um die Bevölkerung von Insekten und anderen Schädlingen zu kontrollieren. Organisieren Sie Ihren Garten so dass diese Nützlinge sich wohl fühlen, indem Sie ihnen z. B. Schutz und viel Nahrung anbieten.

Wir alle kennen den Marienkäfer, aber haben Sie schon von diesen andern nützlichen Gartenfreunden gehört:
- Linopoden Milbe (gegen Spinnmilbe und Fransenflügler)
- Nematoden (gegen Schnecken und Raupen)
- Ichneumon-Fliege (gegen Blattläuse)
- Florfliegen (gegen weiße Fliegen)?

Wenn Sie diese noch nicht kennen, dann bitte informieren Sie sich!

Macht Eure Hände schmutzig.
Wenn Sie diese passiven Strategien nicht mögen und ein praktischer Mensch sind, dann gibt es einige mechanische Techniken, die Sie benutzen können:
- Verbrennen
- Dampf
- Netze
- Kratzen
- Manuelle Unkrautbekämpfung
- Manuelles Entfernen von Schädlingen (Schnecken)
- Fallen (z. B. Pheromon-Fallen für Motten oder Bierfallen für Schnecken)

Planen Sie!
Unser letzter Ratschlag ist jedoch der Wichtigste und steht am Anfang der Gartenarbeit: Stellen Sie einen guten Gartenplan auf!
Die Fruchtfolge im Gemüsegarten ist ein Anfang. Entnehmen Sie alle drei Jahre Bodenproben und düngen Sie wie empfohlen wird. Diese Schritte geben Ihnen eine solide Basis und gesunde Pflanzen. Gesunde Pflanzen werden weniger krank.

Aufruf an die Verbände

Der flämische, niederländische und schwedische Verband haben schon spezifische Projekte gestartet und eine Qualitätsmarke für ein Gärtnern ohne Pestizide geschaffen.

Sie möchten überprüfen ob das Durchführen ähnlicher Maßnahmen auch in Ihrem Verband möglich ist.

Helfen Sie Ihren Vereinen und deren Mitgliedern, um eine andere Gartenbaupraktik und eine andere Methode die Anlage zu unterhalten, anzuwenden.

Die Delegierten des Office International du Coin de Terre et des Jardins familiaux tagten in Luxemburg

LuxemburgAm 8. und 9. März 2019 tagten die nationalen Delegierten zur jährlichen statutarischen Vollversammlung in Luxemburg.

Vor der Sitzung hatten Vorsitzender Wilhelm Wohatscheck und Generalsekretärin Malou Weirich eine Unterredung mit Landwirtschaftsminister Romain Schneider während der sie die neuen Strategien des Office vorstellen konnten.

Der Minister versicherte ihnen auch dass er die Veröffentlichung der Broschüre "Der Boden lebt" in mehreren Sprachen moralisch und finanziell unterstützen wird.

Der Vorstand und die nationalen Delegierten bedanken sich herzlich für diese Anerkennung und Unterstützung.

Neben den statutarischen Aufgaben wurden die Schlussfolgerungen aus der Studientagung in Kortrijk gezogen. Die Eckpunkte für eine größere interne und externe Wirksamkeit unserer Arbeiten wurden weiter diskutiert.

luxemburgDie Office Internetseite soll gute Praxisbeispiele zeigen, sowie zu einer Plattform um Wissen und Expertise vorzustellen, entwickelt werden. Hierzu wurde beschlossen auf Basis einer Kooperation zwischen zwei oder mehreren Verbänden eine Expertise in Themenbereichen wie Klima, Wasser, öffentlicher Raum usw. zu erreichen.

Der niederländische Verband stellte sein Wirken, seine Erfolge, Probleme und seine innovative Strategie für die Zukunft in einem sehr interessanten Vortrag vor. In Zukunft will der Verband, zusätzlich zu den täglichen Arbeiten, ganz speziell auf die Gärtneramateure, die nicht Mitglied im Verband sind, zugehen.

luxemburg
Alle Verbände berichteten über ihre Aktivitäten. Dieser Austausch brachte interessante Erkenntnisse und gab, je nach Bedarf, Anregungen für nationales Handeln.

Die nächsten Bindestriche werden z. B. die Themen: Umweltgerechtigkeit, Vielfalt der Kleingärten und Pilotprojekte der Verbände beleuchten.

Das Office und die angeschlossenen Verbände werden auch 2019 an der Woche ohne Pestizide teilnehmen und ein Memorandum auf der Office Homepage, den nationalen Internetseiten, sowie in den nationalen Kleingärtnerzeitschriften veröffentlichen.

Die nationalen Delegierten werden sich am kommenden 21. August während ihrer Studientagung in Graz (Österreich) zur nächsten Vollversammlung treffen.

Die nächste statutarische Vollversammlung findet am 6. und 7. März 2020 in Luxemburg statt.

Dokumentation Kleingärten

Doku1Vor mehr als 100 Jahren wurde in Wien die erste Kleingarten-Kolonie gegründet. Heute gibt es rund 36.000 Kleingarten-Parzellen, die flächenmäßig größer sind als die 7 kleinsten Wiener Gemeindebezirke zusammen. Mit dem Kleingartenverein "Zukunft" auf der Schmelz existiert in Wien sogar die größte Kleingartenanlage Europas in dicht verbautem Gebiet. Waren diese Gärten einst wichtig für die Nahrungsmittelproduktion, sind sie heute vor allem kleine Freizeit-Oasen mit einer großen Bedeutung für das Klima, die Biodiversität und das Wohlbefinden aller Wienerinnen und Wiener.

 

Doku2Wie bereits erwähnt gehören Kleingärten seit über 100 Jahren zu Wien. Da ist es an der Zeit, diese Refugien inmitten der Großstadt so zu präsentieren, wie sie wirklich sind. KleingartenTV hat für den ORF einen Dokumentarfilm gestaltet, der das zeigt, was die Kleingärten Wiens ausmacht. Von Beginn bis in unsere Zeit.

Der Historiker und Autor Peter Autengruber kennt die Geschichten der Kleingärten Wiens wie kein Zweiter und so weiß er ausgesprochen Interessantes aus der Historie des Kleingartenwesens in Wien zu erzählen. Noch nie gezeigte Film-Aufnahmen aus dem Archiv des Zentralverbandes erwecken die Geschichte zum Leben und bieten sehenswerte Einblicke in eine längst vergangene Zeit.

Doku3Eine Zeit, die Elisabeth Meindl selbst miterlebt hat. Fast 94 Jahre hat sie in einem Kleingarten in Wien gelebt und sie war so freundlich, ihre Kindheits- und Jugenderinnerungen mit den Sehern des Dokumentarfilms zu teilen. Geschichten zur Geschichte von einer Zeitzeugin.

Ing. Wilhelm Wohatschek, der Präsident des Zentralverbandes hat sein Leben dem Kleingartenwesen in Österreich gewidmet und die Leistungen des Zentralverbandes für die Existenz und den Fortbestand der kleinen Gärten werden wir in der 25minütigen Dokumentation einem großen Publikum präsentieren.

Doku4Es sind aber nicht nur die Kleingärten, die Wien zu etwas Besonderem machen. Es sind vor allem die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner. Am Beispiel von Helga Lang und der Frauenfachgruppe Floridsdorf zeigen wir, wie wichtig diese Menschen für die Gesellschaft sind und wie Großes aus Kleinem entsteht.

Doku5Wie wichtig die Kleingärten für das Leben in der Großstadt sind, beweist die Biodiversitätsstudie, die Universitäts-Dozent Gerhard Bedlan von der AGES im Auftrag des Zentralverbandes durchgeführt hat. Die Ergebnisse sind faszinierend. Selbstverständlich macht KleingartenTV in der Dokumentation für den ORF auch einen Streifzug durch die Schutzhäuser, das Ernte- und Obstland und durch die Kleingärten selbst.

Ausstrahlung dieser Dokumentation fand am Samstag, 9. März 2019, statt.


 


Internationale Grüne Woche – BDG war gefragter Gesprächspartner

Internationale Grüne Woche – BDG war gefragter Gesprächspartner Inmitten eines Blumenmeeres aus Tulpen, Narzissen und Primeln am Rande der aus Holzpaletten imitierten Großstadt Berlin traten das Berliner Kleingartenwesen, die Deutsche Schreberjugend und der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) auf der diesjährigen Internationalen Grünen Woche 2019 in der Blumenhalle mit geballtem gärtnerischen Wissen auf.

Der BDG kooperierte mit der Deutschen Schreberjugend. Versorgt wurden die Besucher mit nützlichen Infos rund um den Hochbeet-Bau, das naturnahe Gärtnern und die Förderung der Insekten- und Pflanzenvielfalt. Und wie es sich gehört, funktioniert Wissensvermittlung am besten praxisnah – mit Bohrmaschine, Hammer und Holzscheiten wurden hunderte kleiner Insektenhotels gebaut, welche die Bauherren direkt mit nach Hause nehmen konnten.

Auch hochrangige Besucher wie Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, Staatssekretär Gunther Adler (BMI) und der Parlamentarische Staatssekretär Marco Wanderwitz (BMI) ließen sich den Rundgang durch die Blumenhalle und damit den Vorgeschmack auf den kommenden Frühling nicht nehmen und zeigten sich interessiert am Stand der Kleingärtner. Am Rande hatte der BDG die Möglichkeit, wichtige Themen wie die Grundsteuerreform anzusprechen.

Sandra von Rekowski, Wissenschaftliche Mitarbeiterin

 

de1

 

Viola Kleinau (BDG-Präsidiumsmitglied), Stefan Grundei (BDG-Geschäftsführer), Bundesfamilienministerin Franziska Giffey , Guido Beneke (Bundesgeschäftsführer Deutsche Schreberjugend

 

 

 

 

de2

 

 

Im Gespräch: Guido Beneke (Bundesgeschäftsführer Deutsche Schreberjugend), Stefan Grundei (BDG-Geschäftsführer), Viola Kleinau (BDG-Präsidiumsmitglied), Gunther Adler (Staatssekretär BMI)

 

 

 

 

de3

 

v.l.n.r.: Guido Beneke (Bundesgeschäftsführer Deutsche Schreberjugend), Oliver Gellert (Geschäftsstellenleiter Schreberjugend Landesverband Berlin), Stefan Grundei (BDG-Geschäftsführer), Marco Wanderwitz (Parlamentarischer Staatssekretär im BMI), Hardy Reckziegel (Bundesvorsitzender Deutsche Schreberjugend), Jürgen Maßalsky (Präsidiumsmitglied BDG)

 

 

Der Krokus pünktlich zum Frühlingsbeginn

Text Simone Collet
Die letzten Schneefelder sind kaum verschwunden, da tauchen schon die charmanten Blumenkronen der Krokusse auf, die zerbrechlichen Sterne in frischen Farben, welche den Frühling ankündigen

crocusMit ihren schlichten oder sogar bunten Blumenkronen, gestreift oder mit Farbverlauf, sind diese niedlichen Blumen in unseren Breitengraden weit verbreitet. Sie finden sich in Gärten, Parks, auf Rasenflächen, in Steingärten, sogar in Töpfen oder Pflanzgefäßen auf Balkonen und Terrassen, aber auch im Unterholz, auf Wegen und am Fuße von Bäumen.

Die Krokusse stammen aus einer riesigen Region Europas von den Alpen bis zum Mittelmeer und gehören zur Familie der Iridaceae, deren Emblem die königliche Iris ist.

Eine Reihe von Sorten
Es gibt zwischen 70 und 80 Krokusarten auf der Welt und eine große Anzahl von Gartenbausorten. Ihr Name leitet sich vom Sanskrit kunkumann ab, das im Griechischen krokos wurde, was Safran bedeutet.

Die Sorte Crocus sativus ist seit mehr als 3.500 Jahren weltweit für die Qualität ihres Safrans bekannt, was vor allem das Produktionsdorf Mund in der Region Haut-Valais (Schweiz) bekannt gemacht hat; sie hat eine registrierte Ursprungsbezeichnung. Safran ist das teuerste Gewürz der Welt. Dies ist leicht zu verstehen, wenn man bedenkt, dass nicht weniger als 150 Blüten benötigt werden, um ein einziges Gramm Safran zu produzieren. Aber was für eine aromatische Kraft!

Es gibt Krokusse, die im Herbst gepflanzt werden und dann im Frühjahr blühen, sowie solche, die im Frühjahr gepflanzt werden und dann bei Herbstbeginn blühen (Colchic). Eine der späten Krokussorten ist in der Tat die berühmte Colchic, die im nostalgischen Kinderreim gefeiert wird: "Colchic in the meadows bloom, bloom... Colchic in the meadows, it is the end of summer".

Die meisten Krokusse blühen jedoch im Frühjahr, sobald der Schnee schmilzt. Diese frühen Sorten sind für hungrige Bienen und andere bestäubende Insekten nach der langen Winterperiode von Vorteil. Indem sie ihnen eine erste Versorgung mit Pollen und Nektar bieten, ermöglichen sie ihnen das Überstehen einer kritischen Zeit.

crocusDie Pflanzung
Ein sonnendurchfluteter oder wenig schattiger Ort ist für die Bepflanzung geeignet. Krokusse mögen Licht, aber keine Feuchtigkeit: Wie man leicht sehen kann, öffnen sie sich in der Sonne und schließen sich bei Regen.

Die Zwiebeln, auch Kormi genannt, werden in einer Tiefe von ca. 5 cm, wenn möglich in Gruppen von 5 bis 10 Stück, die etwa zehn Zentimeter voneinander entfernt sind, platziert, um eine harmonische Blüte zu erreichen. Ein einfacher, gut durchlässiger Gartenboden, dessen Oberfläche möglicherweise mit Sand bearbeitet wurde, ist perfekt geeignet. Wenn die Zwiebeln in Töpfen oder Pflanzgefäßen gepflanzt werden, besteht der Boden aus einem Drittel Oberboden, einem Drittel Kompost zum Pflanzen und einem Drittel Sand. Nach dem Pflanzen mit Erde bedecken, leicht pressen und dann wässern.

Später ist der Anbau von Krokussen ohne Aufwand und sie vermehren sich sogar von Jahr zu Jahr auf natürliche Weise, ohne dass ein Eingriff erforderlich ist. In der kalten Jahreszeit ist es jedoch gut, darauf zu achten, dass der Boden nicht zu nass ist. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass die Blätter nicht geschnitten werden, bevor sie vergilbt und verwelkt sind, damit die Pflanze nach der Blüte ihre Reserven wieder auffüllen kann. Was verwelkte Blüten betrifft, so werden sie nach und nach entfernt.

Nehmt euch in Acht vor Raubtieren!
Krokusse sind winterharte Pflanzen, die tapfer Krankheiten und Schädlingen widerstehen, aber nichts gegen die Gier einiger Feinde tun können. Gärtner, nehmen Sie sich in Acht vor Mäusen, Feldmäusen und anderen Nagetieren, die die jungen Zwiebeln gnadenlos genießen.

Fotos: Simone Collet

ältere Artikel

Impressum ::: Kontakt ::: Home ::: Sitemap ::: FACEBOOK facebook