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Warum der Weltbienentag eine gute UN-Entscheidung ist

Die Vereinten Nationen (UN) hatten den 20. Mai 2018 erstmals zum Weltbienentag ausgerufen. Der Tag zu Ehren der Bienen, der dieses Jahr zum 2. Mal organisiert wird, soll daran erinnern, wie viele Pflanzen weltweit auf die Bestäubung durch Bienen und viele andere Insekten angewiesen sind. Das ist nicht nur wichtig für funktionierende Ökosysteme, es hängt ein Großteil der menschlichen Ernährung weltweit davon ab. Auch Kleingärtner profitieren von Hummel, Biene, Schwebfliege und Co., tun deshalb was gegen das Insektensterben.

beeDer Weltbienentag geht zurück auf die langjährige Initiative slowenischer Imker. Im Jahre 2017 stimmten dafür 115 der 139 UN-Mitgliedsstaaten, darunter alle EU-Staaten und globale Großgewichte wie die USA, Kanada, China, Russland, Indien, Brasilien und Australien.
Mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen wird nun alljährlich am 20. Mai daran erinnert, wie viele Pflanzen weltweit auf die Bestäubung durch Bienen und andere Insekten angewiesen sind. Das ist nicht nur wichtig für funktionierende Ökosysteme, es hängt auch ein Großteil der menschlichen Ernährung davon ab. Viele Nahrungsmittel, vor allem Früchte und Samen (sowohl bei Obst als auch bei Gemüse) wachsen erst nach erfolgreicher Befruchtung – durch Bestäubung der Blüten, übernommen von Insekten. Bei anderen Pflanzen, etwa den Getreidegräsern, bestäubt der Wind. Nach Angaben des Weltrats für Biologische Vielfalt sorgen Bienen und andere Insekten mit ihrer Bestäubung jedes Jahr weltweit für Nahrungsmittel im Wert von bis zu rund 500 Milliarden Euro.

Bienen in die Gärten
"Holt die Bienen zurück in die Gärten", rief der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde bereits 2011 auf. Damals gab es erste Hinweise darauf, dass die Bienenbestände in Deutschland zurückgingen. Ob mit dem Aufstellen von Bienenstöcken oder durch gezielte Hilfen für Wildbienen – es galt, die bedrohten Tiere zu unterstützen.
Seit dem ist viel passiert: In den meisten Kleingartenanlagen sowohl in Deutschland wie europaweit wird die Imkerei aktiv unterstützt. Freie Parzellen werden für Bienenstöcke reserviert, Imker-Wissen wird durch die Vereinsfachberatung weitergegeben. Für die Betreuung von Honigbienen ist schon ein wenig Spezialwissen nötig, die Ansiedlung von Hummeln und Solitärbienen ist dagegen kinderleicht und in jedem Garten möglich.

Kleingärten als Insekten-Oasen
Mit speziellen Blühgärten machen heute viele Vereine ihre Kleingartenanlagen zu Insekten-Oasen, ergänzt durch Nisthilfen in vielen Variationen. Im Mai ist die beste Zeit, solche "Insekten-Hotels" aufzustellen. Wer dann noch mit einheimischen Blühpflanzen und Obstgehölzen für ein ausreichendes Nahrungsangebot sorgt, hat schon viel getan für die Sechsbeiner. Übrigens: Honig- und Wildbienen fühlen sich in Städten sehr wohl! Selbst auf dem Balkon ist es möglich, sie mit Futterpflanzen und einem kleinen "Bienenhotel" (gibt's im Baumarkt oder Gartencenter) zu unterstützten.

Mehr Wissen und Tipps zu Wild- und Honigbienen gibt es hier beim BDG:
www.kleingarten-bund.de/de/service/publikationen/broschueren/
www.kleingarten-bund.de/de/service/publikationen/gruene-schrift/

respektiv die Internetseiten der anderen Verbände

Autor Thomas Wagner, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, BDG

Sichtbarkeitaktion in Belgien

Eine Idee vielleicht auch in Ihrem Land die Kleingartenbewegung sichtbarer zu machen.

visibilityIm Jahr 2017 hat der flämische Verband Tuinhier eine Umfrage bei seinen 2.000 freiwilligen Helfern, die in einem lokalen Vorstand tätig sind, durchgeführt. Es gab sehr viele Rückmeldungen und Ideen. Die Freiwilligen waren der Meinung dass wir uns mit der Thematik der Sichtbarkeit der Bewegung befassen müssten.

2018 wurde ein Poster in einer Arbeitsgruppe erstellt. Dieses Poster wurde 2019 in unserer ersten Zeitschrift des Jahres vorgestellt. Wir haben alle Mitglieder gebeten das Poster an einem sichtbaren Ort anzubringen.

Anschließend fragten wir die Freiwilligen vor Ort ob ihnen die Kampagne gefallen hat und wie sie dieses Poster verwendet haben. 28 % nutzten die digitale Version auf Facebook. 61 % unserer lokalen Vorstände haben zusätzliche Poster in öffentlichen Räumen aufgestellt. 50 % förderten die Kampagne aktiv gegenüber ihren Mitgliedern. Einige machten einen Wettbewerb daraus, andere fügten ihre lokalen Kontaktinformationen hinzu oder verwendeten das gleiche Bild in ihrem Programm und ihren Flyern.

Im Allgemeinen forderten fast alle unserer Vorstände nochmals diese Kampagne oder eine ähnliche Kampagne in den nächsten Jahren durchzuführen. Das Zitat, das wir auf dem Poster verwendet haben, bedeutet: "Gartenvergnügen? Dies wächst hier!"

Brokkoli

Alle unsere Kohlarten gehen auf den Wildkohl zurück. Heimat sind die Küsten des Mittelmeeres und die europäische Atlantikküste. Die Griechen kannten im 4. Jahrhundert v. Chr. neben dem Wildkohl schon 2 Kulturformen davon.

BrokkoliWurden früher die Kohlarten vorgezogen und ausgepflanzt, so werden sie heute großteils direkt gesät. Für den Hausgartenbereich sind weiterhin Jungpflanzen sehr praktisch. Einige Kohlarten werden auch in Folien- und Glashäusern kultiviert, so zum Beispiel auch Brokkoli.

Eine Jungpflanzenanzucht geschieht mit einer Aussaat im Gewächshaus bereits im Februar. Ab Mitte Mai bis Ende Juni kann direkt ins Freiland gesät werden. Die Saattiefe sollte ca. 1 cm betragen. Die Keimung dauert 10 bis 14 Tage bei 15 bis 18 °C. Eine Pflanzung kann Ende April bis Mitte Juli 7 bis 8 Wochen nach Aussaat erfolgen. Spätere Aussaaten werden nach 4 bis 5 Wochen ausgepflanzt. Die Pflanzabstände sollen 40 x 40 bis 50 x 50 cm betragen. Jungpflanzen im Freiland sollte man bis Ende Mai abdecken. Eine reichliche Wasser- und Nährstoffversorgung ist wichtig. Brokkoli sollte nur alle 3 bis 4 Jahre sich selber nachfolgen. Eine ungeeignete Fruchtfolge besteht auch mit Gurken, Kürbissen und anderen Kreuzblütlern. Die Ernte erstreckt sich von Anfang Juni bis Oktober, wenn sich der Blütenstand knospig entwickelt hat. Der Haupttrieb wird ca. 10 bis 15 cm unterhalb der Blume abgeschnitten, ca. 18 Tage später können dann auch die Seitentriebe herausgeschnitten werden. Herbsternten sind weniger durch Schosser gefährdet. Die Kulturdauer beträgt zwischen 12 und 14 Wochen.

Brokkoli hat einen sehr hohen Stickstoff- Kali und Phosphorbedarf. Die Düngungsgaben erfolgen in einer Grunddüngung und in 2 Kopfdüngungen in jeweils eines Drittels des Gesamtdüngerbedarfes.

Äthylenausscheidungen anderer Gemüse und von Obst verringern die Lagerfähigkeit von Brokkoli. Hebt man Brokkoli auf, treiben bald die Blüten durch. Beim Kauf auf sattgrüne und feste Röschen achten. Brokkoli hält sich länger, wenn man auf die Röschen gehacktes Eis legt.

Dr. G. Bedlan

Der Klimawandel als Chance

Der Weg zum "Green New Deal"

DEEs ist schon eine bittere Ironie – einerseits ist das Gärtnern auf der Parzelle voll im Trend. Andererseits führen steigende Immobilienpreise und der ungebrochene Zuzug in die Städte dazu, dass Anlagen immer öfter überbaut werden sollen. Den Profitinteressen der Immobilienwirtschaft scheinen die Kleingärtner hilflos ausgeliefert. Was die Gartenfreunde dagegen tun können, erklärte der Soziologe Dr. Fritz Reusswig vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung im Rahmen eines Treffens verschiedener Landesverbände in Bremen.

Beispiel Deutschland
Wie wichtig das Thema ist, machte Reusswig gleich zu Beginn deutlich: Seit 2011 sinkt die Zahl der Kleingärten, und nur 18 % aller Anlagen sind durch Bebauungspläne dauerhaft gesichert. Gerade in Städten mit wachsender Verdichtung sind die Anlagen von einer Überbauung bedroht – so die ersten Ergebnisse der Studie "Kleingärten im Wandel" des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Dabei ist das Kleingartenwesen im Umbruch, das ökologische Gärtnern etwa gewinnt an Bedeutung (laut Studie sind 85 % aller Anlagen naturnah gestaltet), es gibt verstärkt neue Gartenformen (Gemeinschaftsgärten) und neue Nachfragegruppen, etwa Familien mit Kindern (85 %), Paare nach der Familienphase (42 %) und Familien mit Migrationshintergrund (72 %), so Reusswig.

Wie handeln
Vor allem in den Ballungsräumen steigt so die Nachfrage nach Kleingärten. Um dieser Nachfrage und der Flächenkonkurrenz dort zu begegnen, sind bislang vor allem die Nachverdichtung im Bestand (die Teilung von Gärten), die Zuordnung von Grabeland oder anderen Gartenformen in Kleingartenanlagen und die Gemeinschaftsnutzung praktizierte Lösungsansätze.

deDiese Ansätze sind aber nicht auf alle Anlagen übertragbar. Wichtig ist es deswegen, sich aktiv in die Stadtplanung einzubringen. Die Kleingärtner müssen mittelfristig dafür werben, dass die negativen ökologischen Folgen einer Bebauung in den Haushalt einer Stadt mit eingerechnet werden und am Ende keine "schwarze", sondern eine "grüne Null" steht.
Entscheidend dafür ist es, Kompetenzen in den Verbänden zum Thema Stadtplanung aufzubauen, etwa durch das Mitwirken an Forschungsvorhaben (besonders "Reallaboren"). Der Soziologe empfiehlt zudem, Allianzen zu bilden, besonders "Urban Gardening"-Projekte würden sich dafür anbieten. Reusswig schlägt am Ende einen "Green New Deal" vor. Die Kleingärtner erhalten eine dauerhafte Bestandsgarantie für ihre Anlagen und gewährleisten dafür soziale und ökologische Leistungen.

Mit Blick auf die Ökosystemleistungen der Kleingärten ist hier der Klimawandel eine Chance für die Kleingärtner. Denn der Wandel des Klimas wird die Bedeutung von Grün in der Stadt erhöhen. Das ist nicht nur ein Frage der ökologischen, sondern auch der sozialen Gerechtigkeit, da es gerade sozial schwächer Gestellte sind, die am wenigsten Zugang zu städtischem Grün und seinen Entlastungsfunktionen haben. Und somit könnte aus einer Bedrohung auch ein Weg zur Rettung werden. Hilflos sind die Gartenfreunde somit nicht – bis zu einem "Green New Deal" ist es aber auch noch ein langer Weg, den sie möglichst aktiv gehen sollten.

Dies gilt sowohl für die Kleingärtner in Deutschland und ganz Europa.

Sören Keller
Verlag W. Wächter

Adaptiert und vervollständigt M. WEIRICH, Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux

Kongress 2019 des luxemburgischen Kleingärtnerverbandes

LogoAm 7. April trafen sich 320 Delegierte und Vereinsvertreter in Roodt-Syre zum jährlichen Kongress.

Agrarminister Romain SCHNEIDER, Umweltministerin Carole DIESCHBOURG, zahlreiche Ehrengäste, Vertreter aus der Verwaltung und befreundete Organisationen sowie Malou Weirich, Generalsekretärin des Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux, waren anwesend.

Nach der Satutenreform im vergangenen Jahr, informierte Präsidentin Martine Mergen dass der Verband nun die Problematik der Beziehungen zwischen den Vereinen und luihren Mitglidern einerseits und der Beziehungen zwischen den Vereinen und den Behörden behandeln wird. Diese Thematik wird auch zurzeit auf internationaler Ebene diskutiert. Die Pràsidentin berichtete desweiteren über das Vorhaben ein neues Verbandshaus mit Konferenz/Schulungssälen und einem Garten zu bauen.Vielleicht könnte dieses anlässlich der LUGA 2023 (Gartenschau in Luxemburg) eingeweiht werden.

Das Kongressreferat behandelte das Thema: "Biodiversität in unsern Gärten – eine luxemburgische Studie". Diese Studie reiht sich in ähnliche Studien ein, welche schon in Deutschland und Österreich durchgeführt wurden.

weitere Fotos: https://www.gaartanheem.lu/index.php/kongress-2019-roodt-syre

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