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Gewähren Sie Ihnen einen sicheren Unterschlupf im Winter!
Das Portrait eines geläufigen Insektes in unseren Gärten: der Marienkäfer

Den Gärtnern wohlbekannt, kehrt er Jahr für Jahr im Frühling zurück und gönnt sich ein Festmahl aus Blattläusen, die unsere Brechbohnen, Tomaten oder auch Saubohnen beschädigen. Er ist uns vertraut, doch was wissen wir wirklich über ihn?

CoccinelleWussten Sie beispielsweise, dass dieses Insekt aus der Familie der Käfer (Koleptere) rund hundert dunkelgelbe Eier traubenförmig an der Blattunterseite ablegt? Daraus schlüpfen die Larven, die sich nach aufeinanderfolgenden Häutungen rund zwanzig Tage später in ein "Imago" verwandeln, d.h. in die endgültige Form des Insekts. Der Marienkäfer wird etwa ein Jahr alt und zuweilen auch älter, sofern die im Spätfrühling geborenen Insekten einen Unterschlupf finden können, um sich vor dem Winter zu schützen.

Der Marienkäfer ist im Wesentlichen ein fleischfressendes Insekt. Bereits die Larve ist ein Vielfraß, dessen Hauptgericht die Blattlaus ist, von der sie nahezu hundert Exemplare pro Tag verspeist. Das ausgewachsene Insekt ist nicht minder gefräßig und man schätzt den Inhalt seines täglichen Speiseplans auf 150 Blattläuse, doch als erfahrener Feinschmecker verschmäht es auch Milben und Schildläuse nicht. Folglich ist der Marienkäfer jedem Gärtner ein echter Gehilfe. Die chemische Vernichtung von Blattläusen ist daher ein großer Fehler, da dadurch gleichzeitig auch die Marienkäfer vernichtet werden. Im Gegenzug bedeutet dies, dass man dann durch das Fehlen von Marienkäfern nicht mehr ohne chemische Behandlung auskommt. Es ist besser, der Natur freien Lauf zu lassen und die Niederlassung dieser Insekten in unseren Gärten durch die Einrichtung von Unterschlupfen aus Reisigbündeln, kleinen Strohhaufen oder Laub, flachen, angehäuften Steine oder zur Not aus den im Gartencenter angebotenen "Insektenhotels" zu fördern, die jedoch nicht hinreichend tief für einen Unterschlupf sind und in erster Linie der Dekoration dienen (sofern Sie selbst ein Insektenhotel bauen möchten, sollten Sie lieber mehrere Holzbretter im Abstand von 5 mm voneinander anbringen). Wichtig ist, dass sie einen sicheren Unterschlupf für den Winter finden können, in dem sie vor Frost, schweren Regenfällen und Vögeln geschützt sind, die Jagd auf sie machen. Sofern sie in Ihrem Unterschlupf in ihrer Gartenlaube oder in Ihrer Garage finden, vertreiben Sie sie bitte nicht. Sie sind ungefährlich und sind ab Frühlingsbeginn zur Fortpflanzung bereit, wodurch Sie die Gewähr haben, auch im kommenden Jahr nicht von Blattläusen belästigt zu werden.

Es herrscht die weitverbreitete Ansicht, dass der Marienkäfer dieses kleine rote Insekt mit 7 schwarzen Punkten ist, das auch als "Herrgottskäfer" bezeichnet wird. Was man in der Tat nicht weiß, ist, dass es eine Vielzahl von Arten gibt: rote, gelbe, schwarze, mit 2 schwarzen Punkten, aber je nach Art auch mit 12, 17 und bis zu 24 Punkten.

CoccinelleUm 1870 zählte man in Europa 36 verschiedene Arten von Marienkäfern, doch die Schädlingsbekämpfungsmittel, das Verschwinden von Hecken und die intensive Landwirtschaft haben zum Aussterben zahlreicher Arten geführt. 1960 zählte man nur noch 16 Arten. Heutzutage sind viele endgültig ausgestorben. Durch die in den 1980er Jahren erfolgte Einfuhr des Asiatischen Marienkäfers, einer orientalischen Gattung, die zur biologischen (!) Bekämpfung der Blattläuse gezüchtet und auf den Markt gebracht wurde, wurde den überlebenden Marienkäfer ein verhängnisvoller Schlag versetzt. Vom Asiatischen Marienkäfer gibt es mehrere Arten mit verschiedenen Farben, die jedoch nicht immer leicht von den europäischen Arten zu unterscheiden sind. Dicker, gefräßiger und vor allem weitaus fruchtbarer als unsere heimischen Arten, haben sich die Asiatischen Marienkäfer schnell akklimatisiert und eine Vielzahl unserer traditionellen Arten vertrieben. Auf diese Weise wurden sie zu der bei uns am stärksten verbreiteten Marienkäferart und neigen zu Beginn des Winters ärgerlicherweise dazu, in unsere Häuser einzufallen.

Eine kleine Besonderheit des Asiatischen Marienkäfers: Er beißt! Der Biss tut nicht weh, da die Haut unserer Finger und Zehen für ihre kleinen Mundwerkzeuge zu hart ist. Dennoch hätte man das wohl kaum erwartet.

Der Asiatische Marienkäfer wird seiner Funktion als "Blattlausfresser" mehr als gerecht. Doch war es wirklich nötig, diese Invasion mit der Abnahme des Bestands unserer europäischen Arten zu bezahlen?

Diese Frage richtet sich an die Fachleute und Entomologen. Für die meisten Gärtner bleibt ein Marienkäfer ein Marienkäfer und solange er uns die Blattläuse vom Hals schafft, ist uns seine Herkunft egal.

Alain Redon
Jardin Familial de France no. 502/2017

Das erste ökologische Gartenlabel in Belgien

Nach 2 Jahren harter Arbeit haben wir am 30. September 2017 das erste ökologische Gartenlabel in der Kleingartenanlage "De Roshaag" in Peer verliehen.

Was ist das ökologische Gartenlabel?
Es ist ein Label das einer vorbildlichen Kleingartenanlage für ökologisches Handeln verliehen wird.
Dies erlaubt uns einerseits aktive Vorstände für ihre Arbeit und Anstrengungen, welche sie in eine kleine Gartenlage investieren, zu belohnen. Ein zweites Ziel besteht darin ältere Anlagen zu erneuern und zu modernisieren.

Die Anlagen können 4 Sterne erhalten. Jeder Stern stellt ein spezifisches Thema dar:
1. Parkgestaltung
2. Management
3. Ausstattung/Einrichtung
4. Bewusstseinsbildung/Sensibilisierung

1Die Kleingartenanlage "De Roshaag" hat 4 Sterne erhalten
1) Vor zwei Jahren existierte der Park seit etwas mehr als einem Jahr. Jedoch musste noch viel Arbeit im Bereich der Parkgestaltung geleistet werden. Nach einer ersten Bewertung listete die Jury einige Ratschläge auf. Ein Demonstrationsgarten, zusätzlicher Abstellraum, Vegetationsschichten in und um die Anlage wurden geschaffen. Dabei wurde der Teilnahme von Gärtnern, Nachbarn und Partnern eine spezielle Aufmerksamkeit geschenkt.

2) Im Bereich des Parkmanagements punktete die Anlage mit folgenden Elementen: Die Wege sind für Wasser durchläßlich, der Gebrauch von Gründüngung wurde gefördert, damit die Feuchtigkeit und Nährstoffe im Boden behalten werden. Das Jäten geschieht manuell und wird durch das Verwenden von Gründüngern und Antiwurzel-Membranen auf ein Minimum reduziert. Um Krankheiten und Plagen im Garten zu kontrollieren, nutzen die Gärtner den Demonstrationsgarten um mit biologischen Kontrollen, neuem Gemüse und alten Sorten zu experimentieren um stärkere Pflanzen zu finden. Um eine Überdüngung zu vermeiden, wird in jedem Garten alle 3 Jahre eine Bodenprobe entnommen. Solarenergie wird für die Komposttoilette und die Beleuchtung in der Kabine gebraucht. Auf der Gartenhütte wurde ein grünes Dach gepflanzt.

23) Vom Beginn dieses Projektes an, haben sich der örtliche Vorstand und die lokale Regierung für das Verwenden einer dauerhaften Ausstattung und dauerhaften Materialien entschieden. Sie pflanzten einheimische Pflanzen und entfernten invasive Arten. Um natürliche Feinde und andere nützliche Tiere in den Garten anzuziehen, errichteten sie Igel- und Bienenhotels. Sie stapelten Zweige und Blätter in der Anlage auf.

4) Die Kleingartenanlage ist für alle geöffnet. Der örtliche Vorstand stimuliert das Teilnehmen von andern Bürgern und arbeitet mit andern Partnern zusammen. Schulen besuchen die Anlage um etwas über Gartenarbeit und Kompostieren zu lernen. Die Gärtner lernen in informellen Veranstaltungen und im Demogarten voneinander.

Dankeschön
Der Verband Vzw Tuinhier bedankt sich bei allen Partnern, welche an diesem Projekt teilgenommen haben, für ihre Unterstützung und Anweisungen während diesen 2 Jahren. Ein spezielles Dankeschön geht an unseren lokalen Vorstand und an die lokale Regierung von Peer für ihre dauerhafte Hilfe und Anstrengungen in diesem Projekt.

Die Zukunft
In Zukunft planen wir dieses Projekt zu überarbeiten und vielleicht soziale und innovative Elemente hinzuzufügen. Dies ermöglicht uns mehr Projekte zu belohnen und sie zu ermutigen auch ein ökologisches Gartenlabel zu beantragen.

Daan Van DE VIJVER

kleingartentv.at - Der "Fernsehsender" von Kleingärtnern für Kleingärtner

Die Idee

ATDer Zentralverband der Kleingärtner Österreichs hat anlässlich seiner Jahrfeier und dem internationalen Kongress in Wien sehr erfolgreich mit einer Produktionsfirma zusammengearbeitet. Aus dieser Kooperation entstand die Idee zu der Internetplattform "KleingartenTV".

"KleingartenTV" dient als Informations- und Kommunikationsplattform. Das Ziel des Zentralverbandes ist es, das Gemeinschaftsgefühl der Kleingärtner zu stärken und ihnen eine Möglichkeit zu bieten, miteinander einfacher in Kontakt zu treten. Außerdem können die Mitglieder zeitnah über wichtige Themen informiert werden. So ist die Internetplattform "kleingartentv.at" eine perfekte Ergänzung zu der monatlich erscheinenden Verbandszeitschrift "Kleingärtner", der Homepage "www.kleingaertner.at" und den Auftritten in diversen sozialen Medien.

Nach einem Monat Probebetrieb ging die Plattform am 1. September 2017 für alle österreichischen Kleingärtner und Abonnenten der Verbandszeitschrift online. In den ersten zwei Wochen sind bereits über 700 Mitglieder auf der Plattform registriert. Derzeit stehen 25 Videobeiträge zur Verfügung. Alle ein bis zwei Tage ist ein neuer Beitrag geplant.

Unterhaltung und Information

ATDie Beiträge auf "kleingartentv.at" sind in mehrere Kategorien unterteilt. Unter "Garten-News" findet man Videos mit Tipps, Rezepten, Informationen vom Zentralverband und einen Blick hinter die Kulissen des Kleingartenwesens. Im Bereich "Mein Garten" liegt der Schwerpunkt auf den Bewohnern der Kleingärten. Hier werden ihre Hobbies und Besonderheiten vorgestellt. Die Kleingartenvereine werden in der Kategorie "Garten Doku" präsentiert. Außerdem finden sich hier Beiträge über die lange Geschichte des österreichischen Kleingartenwesens. Die Eindrücke von Veranstaltungen und Jubiläen werden im Bereich "Garten Fest" gesammelt.

Neben den im Auftrag des Zentralverbandes produzierten Videos haben auch die Benutzer die Möglichkeit, eigene Beiträge, Videos und Bilder mit den Benutzern zu teilen.

Virtuelles Vereinshaus

Das virtuelle "Vereinshaus" ist eine Online-Community, in der die Kleingärtner miteinander in Verbindung treten können. Jeder Benutzer kann sich ein individuelles Profil anlegen. Ähnlich wie bei anderen Plattformen sozialer Medien können Videos und Fotos geteilt werden. Weiters können sich Mitglieder in selbst erstellten Interessensgruppen zusammenfinden. Der Benutzer kann "Freunde" hinzufügen, chatten und Nachrichten schreiben.

Damit sollen die österreichischen Kleingärtner eine Möglichkeit bekommen näher zusammenzurücken und sich nach ihren Interessen auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.

 

VIDEO https://youtu.be/TyMiSjKaHfs

Europäische Woche der lokalen Demokratie 9. – 15. Oktober 2017

ELDWDie Europäische Woche der lokalen Demokratie wurde 2007 ins Leben gerufen um die Teilnahme und die Demokratie auf der nächstgelegenen Ebene zum Bürger zu fördern und hervorzuheben. Sie feiert ihr 10. Jubiläum zwischen dem 9. und 15. Oktober 2017.

Die lokalen und regionalen Behörden aus den 47 Mitgliedsländern sowie ihre Vereinigungen sind eingeladen worden öffentliche Events zu organisieren, welche sowohl die Teilnahme der Bürger unterstützen und fördern wie auch die lokale Demokratie als einen gemeinsamen Wert für den ganzen europäischen Kontinent feiern.

Während den letzten zehn Jahren haben mehr als 1000 lokale Behörden und ihre Vereine über die 47 Mitgliedsstaaten hinaus aktiv an diesem paneuropäischen Event teilgenommen.

Das Thema für 2017 ist: "Teilnahme, Befragung und Engagement der Bürger damit die Demokratie lebe".

Das Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux hat 2015 und 2016 an dieser Initiative teilgenommen. Auch 2017 hat es drei beispielhafte Projekte ausgewählt, deren Beschreibung Sie in der Anlage lesen können

30 Jahre Freundschaft zwischen Kleingärtnerverbänden aus der Region Poznan und Westfalen-Lippe

DE170927Am 19.August 1987 unterzeichneten die Präsidenten der Kleingärtnerverbände aus Deutschland (BDG) und Polen einen Freundschaftsvertrag. Bereits wenige Wochen später, vom 20. – 26. September 1987, fand eine historische Begegnung zwischen Gartenfreundinnen und Gartenfreunden aus der Provinz Poznań und dem Landesverband Westfalen und Lippe statt. So entstand eine Freundschaft, die in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag feiert. Auf Einladung unserer polnischen Freunde besuchte eine Delegation unseres Landesverbandes unter Leitung des Landesverbandsvorsitzenden Wilhelm Spieß vom 4. bis 9. September 2017 die Provinz Großpolen/Poznań.

Mit einem abwechslungsreich gestalteten Programm würdigte der Gastgeber eindrucksvoll dieses besondere Jubiläum. Bürgermeisterempfänge in Śrem, Czerwonak und Poznań gehörten ebenso zum Programm, wie der Besuch von Kleingartenanlagen. Ein historischer Höhepunkt war gewiss der Besuch in der Kleingartenanlage Przyłuskiego in Poznań, wo am 20. September 1987 erstmals die westfälisch-lippische Delegation Kleingartenboden betrat.

Was haben wir ein stückweit gemeinsam auf den Weg gebracht? Welche Früchte trägt diese Partnerschaft? Hierzu nun ein paar Beispiele.

Gemeinsam haben 2012 Kleingärtner aus Poznań und Westfalen-Lippe eine Re-solution zum Schutz von Kleingartenland unterzeichnet und dem Sejmmarschall überreicht.

Bürgermeisterempfänge in der Region Poznań waren immer weit mehr als der Austausch von Grußbotschaften. Zusammen mit Vertretern der Kommunalpolitik und Behörden haben wir uns oft über die Aufgaben der Kommunen für das örtliche Kleingartenwesen unterhalten.

Auch Forschung und Wissenschaft beschäftigen sich mit dem Kleingartenwesen, insbesondere mit den städtebaulichen und ökologischen Aspekten. Vergleichende Untersuchungen zum Kleingartenwesen in Polen und Deutschland sind letztendlich auch das Ergebnis einer gelebten Partnerschaft mit gegenseitigen Besuchen, wo sich Studenten und junge Wissenschaftler dranhängen.

DE170927Der gemeinsame Abschlussabend und die Teilnahme am Erntedankfest – das waren am Ende unserer Reise gewiss auch einzigartige Höhepunkte. Als Zeichen der Verbundenheit und Freundschaft, gestern, heute und in Zukunft, übereichten im Namen der Delegation der Landesverbandsvorsitzende Wilhelm Spieß und Geschäftsführer Werner Heidemann zwei Schafe aus der Herde des westfälischen Künstlers und Blauschäfers Rainer Bonk. Das Blau der Schafe ist der Blauton der Europaflagge. Und so wie jeder von uns einzigartig und wichtig ist, so ist er nur in der Gemeinschaft stark – so die Botschaft der Blauschäferei.

Ein drittes Schaf grast am Rathaus der Stadt Poznań. Sie grasen für ein friedliches Miteinander, Vorsitzender des Landesverbandes Poznan überreichte dem Landesverbands-vorsitzenden Wilhelm Spieß zum 30-jährigen Partnerschaftsjubiläum eine Urkunde.

Wo immer wir auch waren – mit Freude und offenen Herzen wurden wir stets empfangen.

Dieses Jubiläum ist für uns mit Dank, Anerkennung und Ansporn verbunden. Dank gilt denen, die damals den Grundstein für diese Partnerschaft und Freundschaft gelegt haben. Anerkennung verdienen alle Freunde, die in Polen und Deutschland mit ihren Händen und Herzen zur Verständigung beitragen und die Partnerschaft und Freundschaft festigen.
Ansporn und Antrieb mögen aus diesem Jubiläum für die Zukunft erwachsen, denn Partnerschaften und Freundschaften als wichtiger Teil der Völkerverständigung brauchen Pflege, Gespräche und gemeinsames Handeln.

Werner Heidemann
Den vollständigen Artikel können Sie lesen im Fachberater Nr. 4/2017

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