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Der Tag des Gartens war wieder am 10. Juni
Grüner geht's nicht! - Warum wir den Tag des Gartens feiern

Deutschlands Städte wachsen stetig. Kleingärten sorgen dafür, dass wir nicht in Betonwüsten leben müssen, sondern auch Grün wachsen darf. „Wer möchte, dass unsere Städte auch bei wachsender Bevölkerung lebenswert bleiben, kommt an Kleingärten nicht vorbei“, erklärt Peter Paschke, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde (BDG), dem Dachverband der deutschen Kleingärtner. Kleingärten gehören in Deutschland immer noch zu allen Städten und Gemeinden, doch das ändert sich im ländlichen Raum. In Großstädten sind sie jedoch weiter schwer im Kommen, denn sie sparen nicht nur Geld, sie führen Menschen zusammen, unterstützen eine gesunde Ernährung und bieten Erholung vom stressigen Alltag.  Doch sie haben Mehrwert, denn sie sind auch Ausgleichsflächen für das Stadtklima, Orte zum Durchatmen für die Anwohner, Biotope der Artenvielfalt  und Wissensspeicher für gärtnerische Fähigkeiten. Kleingärtner wirken schon immer weit über ihre Zäune hinaus – und darauf macht jedes Jahr der Tag des Gartens aufmerksam.

Viele der knapp 15.000 Kleingärtnervereine, die es landesweit gibt, ermuntern an diesem Tag, einen Blick in die grünen Oasen zu werfen und Stadtnatur hautnah zu erfahren. Stadtnatur? Na klar. Naturnahes Gärtnern steht bei den Kleingärtnern schon lange hoch im Kurs. Statt auf größtmöglichen Ertrag wird auf Qualität gesetzt: Viele Vereine verzichten freiwillig auf den Einsatz von Pestiziden, bauen alte Pflanzenarten und -sorten an und tragen  so zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Gut ausgebildete Fachberater in den Vereinen sorgen dafür, dass auch Gartenneulinge alles Wissenswerte zum naturnahen Gärtnern lernen. Der BDG setzt sich dafür ein, dass Kleingärten besonders in den Städten als unverzichtbarer Teil grüner Infrastruktur wahrgenommen werden – und nicht etwa als potenzielles Bauland. Denn wachsende Städte, in denen nichts mehr wachsen darf, sind auf Dauer nicht lebenswert.

Deshalb ist immer am zweiten Sonntag im Juni Tag des Gartens. Er soll den Menschen die Bedeutung des Kleingartens für das Wohlbefinden von Mensch und Natur in Stadt und Land ins Bewusstsein rufen.

Mit ihm wollen die Gartenfreunde der Öffentlichkeit die Freude am urbanen Gärtnern nahe bringen und neue Pächter für die Kleingarten-Idee gewinnen.

Dieses Jahr fand der Tag des Gartens am vergangenen 10. Juni statt. Die bundesweite Eröffnungsfeier war in München.

Autor Thomas Wagner, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, BDG

Gärten der Integration

Wettbewerb der Deutschen Umwelthilfe wird fortgesetzt – fünf Kleingärtnervereine unter den Gewinnern 2017

IntegrationGartenarbeit fördert Ortsverbundenheit und "Verwurzelung". Kein anderer Ort ist besser geeignet um miteinander ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Daher leisten Kleingärtnervereine und Gemeinschaftsgärten, die ihre Anbauflächen für geflüchtete Menschen öffnen, einen wichtigen Beitrag zur Integration der Menschen, die in Deutschland Schutz vor Krieg und Gewalt suchen. Fünf der Projekte, die 2017 mit einem Preisgeld ausgezeichnet wurden, werden in Kleingärtnervereinen betreut.

Querbeet: Integration in zwei Osnabrücker Kleingärtnervereinen

Das Projekt Querbeet fördert die Integration von Flüchtlingsfamilien in zwei Osnabrücker Kleingärtnervereinen. Das Gärtnern schafft Möglichkeiten der Begegnung und ermöglicht Flüchtlingsfamilien die Teilhabe an unserer Gesellschaft. Die fünf Gärten werden von je einer Familie bewirtschaftet. Sie sind bereits fester Bestandteil des Vereinslebens. Zwei Geflüchtete haben über das Gartenprojekt sogar den Sprung in den Arbeitsmarkt geschafft!

Interkultureller Garten Eime (Niedersachsen)

Der Interkulturelle Garten gehört zur örtlichen Kleingartenanlage und ist gut ausgestattet. Der Rasenmäher und alle Werkzeuge sind gespendet, ebenso das Gartenmobiliar und auch der Grill. Eine Wildblumenwiese wurde gesät, es gibt Obstbäume und ein gemeinsam bewirtschaftetes Gemüsebeet. Der Vorstand des Kleingärtnervereins fördert das Projekt, zu dem die Parzelle gehört und spendete die Pacht.

Kulturgarten Lüneburg (Niedersachsen)

Er ist der erste "Garten der Integration" des Wettbewerbs! Der Garten befindet sich in einer Kleingartenkolonie in einem Wohngebiet am Stadtrand. Bewirtschaftet wird der Garten gemeinschaftlich. Es gibt ein großes Beet, das gemeinsam bepflanzt und geerntet wird. Zudem gibt es kleine Obstbäume und Beerensträucher, eine Kräuterspirale. Es wurden verschiedene Hochbeete gebaut, Hügelbeete angelegt, ein Gewächshaus aus alten Fenstern gebaut, eine Hütte mit großem Unterstand. Der Garten ist jederzeit für alle zugänglich.

Dillinger Stadtgarten (Saarland)

Die Zukunftswerkstatt Saar (ZWS) entwickelt in einer 200 qm großen Parzelle des Kleingartenvereins Dillingen Nord einen integrativen Gemeinschafts- und Bildungsgarten. Das Angebot zur Mitwirkung richtete sich zunächst vorrangig (aber nicht ausschließlich) an geflüchtete Frauen, um ihnen in ihrer speziellen Situation Freiräume zu bieten, Kontakte anzubahnen und gemeinschaftliches Gärtnern nach ihren Wünschen zu ermöglichen.

Interkulturelle Bielefeldt-Gärten in Lübeck (Schleswig-Holstein)

Zum interkulturellen Garten im Lübecker Stadtteil Buntekuh gehören fünf Parzellen beim Kleingärtnerverein Buntekuh e.V. Highlights im Garten sind ein Backhaus aus Lehm und eine solarbetriebene Wasserpumpe. Der Garten wird biologisch bewirtschaftet. Interessierte können eigene Beete betreuen oder auf den Gemeinschaftsflächen gärtnern. Es gibt viele Kurse, Aktivitäten und Feste für Kinder und Erwachsene.

Der Wettbewerb geht 2018 in eine neue Runde. Alle Informationen gibt es unter www.duh.de/projekte/gaerten-der-integration/besondere-projekte-und-initiativen/

Thomas Wagner, BDG

Die soziale Funktion ist von Anfang an eine tragende Säule des Kleingartenwesens und dies europaweit.
Sie finden einige Beispiele aus der Schweiz, den Niederlanden und Schweden in den Bindestrichen no. 60 bis 63.
Schauen Sie sich diese anregenden Projekte mal an!

Malou Weirich,
Generalsekretärin des Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux

Der phänologische Kalender

Die Jahreszeitenuhr der Natur

KalenderNach unserer Zeitrechnung beginnt bald wieder ein neues Jahr mit genau berechneten Terminen. Die Abläufe in der Natur stimmen aber nicht exakt mit diesen Terminplänen überein, da sie stark von der wechselhaften Witterung abhängen. Während in den Tropen und Subtropen die Vegetations- und Ruhezeiten der Pflanzen durch Regen und Trockenzeiten ausgelöst werden, prägt in unseren Breiten die Durchschnittstemperatur den Zustand der Vegetation. In unserer Vorstellung verbinden wir die vier Jahreszeiten mit bestimmten Bildern: Der Frühling bringt saftiges Grün, der Sommer die Blütenfülle, der Herbst lässt Früchte reifen, der Winter zeigt kahle Äste und Tannengrün. Doch die Natur hält sich nicht immer an den Kalender. Oft weht zum kalendarischen Frühlingsbeginn noch ein rauer Wind, oder es fällt sogar Schnee. Die Tätigkeiten im Garten müssen selbstverständlich mit den realen Verhältnissen im Einklang sein. Eine bessere Orientierung als der reguläre Kalender bietet hier der phänologische Kalender, dem langjährige Beobachtungen wiederkehrender Ereignisse in der Natur zugrunde liegen.

Die häufig belächelten Bauernregeln spiegeln dieses Wissen wider, wobei so manche "Weisheit" durchaus kritische bewertet werden sollte. Aus diesen Überlieferungen entwickelte sich im 18. Jahrhundert "die Lehre der Erscheinungen" – die Phänologie. Hier werden die Beobachtungen aus Land- und Forstwirtschaft, Meteorologie und Ökologie miteinander verknüpft. Der phänologische Kalender des Deutschen Wetterdienstes kennt für die Vegetation zehn Jahreszeiten. Entwicklungsstadien wie Blühbeginn und Reife bestimmter Pflanzen signalisieren den Beginn einer Jahreszeit. Dieser Zeitpunkt kann jedoch je nach Landschaftsgebiet unterschiedlich sein. Witterungsbedingt gibt es oft Ausreißer, wodurch eine phänologische Jahreszeit extrem früh oder sehr spät beginnen kann. Im Vergleich jahrzehntelanger Aufzeichnungen vieler kleiner Gebiete zeigt sich trotz mancher Unregelmäßigkeiten eine Tendenz zur Verfrühung des Frühlings.


1. Vorfrühling
 Beginn der Haselnussblüte oder ersatzweise der Schneeglöckchenblüte



2. Erstfrühling
Beginn der Forsythienblüte oder ersatzweise der Blattentfaltung der Stachelbeere

 



3. Vollfrühling
Beginn der Apfelblüte oder ersatzweise der Blattentfaltung der Stieleiche

 


4. Frühsommer
Beginn der Blüte des Schwarzen Holunders

 


5. Hochsommer
Beginn der Blüte der Sommerlinde oder ersatzweise der Fruchtreife der Johannisbeere



6. Spätsommer
Beginn der Fruchtreife des Frühapfels oder ersatzweise der Fruchtreife der Eberesche

 


7. Frühherbst
Beginn der Fruchtreife des Schwarzen Holunders

 

8. Vollherbst
Beginn der Fruchtreife der Stieleiche oder ersatzweise der Fruchtreife der Rosskastanie

 



9. Spätherbst
Beginn der Blattfärbung der Stieleiche oder ersatzweise der Blattfärbung der Rosskastanie

 


10. Winter
Beginn des Auflaufens des Winterweizens oder ersatzweise des Blattfalls von spätreifendem Apfel oder Stieleiche

 

Thomas Wagner
Bundesverband Deutscher Gartenfreunde

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