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Der Krokus pünktlich zum Frühlingsbeginn

  • Schweiz
  • 1.3.2019

Text Simone Collet
Die letzten Schneefelder sind kaum verschwunden, da tauchen schon die charmanten Blumenkronen der Krokusse auf, die zerbrechlichen Sterne in frischen Farben, welche den Frühling ankündigen

crocusMit ihren schlichten oder sogar bunten Blumenkronen, gestreift oder mit Farbverlauf, sind diese niedlichen Blumen in unseren Breitengraden weit verbreitet. Sie finden sich in Gärten, Parks, auf Rasenflächen, in Steingärten, sogar in Töpfen oder Pflanzgefäßen auf Balkonen und Terrassen, aber auch im Unterholz, auf Wegen und am Fuße von Bäumen.

Die Krokusse stammen aus einer riesigen Region Europas von den Alpen bis zum Mittelmeer und gehören zur Familie der Iridaceae, deren Emblem die königliche Iris ist.

Eine Reihe von Sorten
Es gibt zwischen 70 und 80 Krokusarten auf der Welt und eine große Anzahl von Gartenbausorten. Ihr Name leitet sich vom Sanskrit kunkumann ab, das im Griechischen krokos wurde, was Safran bedeutet.

Die Sorte Crocus sativus ist seit mehr als 3.500 Jahren weltweit für die Qualität ihres Safrans bekannt, was vor allem das Produktionsdorf Mund in der Region Haut-Valais (Schweiz) bekannt gemacht hat; sie hat eine registrierte Ursprungsbezeichnung. Safran ist das teuerste Gewürz der Welt. Dies ist leicht zu verstehen, wenn man bedenkt, dass nicht weniger als 150 Blüten benötigt werden, um ein einziges Gramm Safran zu produzieren. Aber was für eine aromatische Kraft!

Es gibt Krokusse, die im Herbst gepflanzt werden und dann im Frühjahr blühen, sowie solche, die im Frühjahr gepflanzt werden und dann bei Herbstbeginn blühen (Colchic). Eine der späten Krokussorten ist in der Tat die berühmte Colchic, die im nostalgischen Kinderreim gefeiert wird: "Colchic in the meadows bloom, bloom... Colchic in the meadows, it is the end of summer".

Die meisten Krokusse blühen jedoch im Frühjahr, sobald der Schnee schmilzt. Diese frühen Sorten sind für hungrige Bienen und andere bestäubende Insekten nach der langen Winterperiode von Vorteil. Indem sie ihnen eine erste Versorgung mit Pollen und Nektar bieten, ermöglichen sie ihnen das Überstehen einer kritischen Zeit.

crocusDie Pflanzung
Ein sonnendurchfluteter oder wenig schattiger Ort ist für die Bepflanzung geeignet. Krokusse mögen Licht, aber keine Feuchtigkeit: Wie man leicht sehen kann, öffnen sie sich in der Sonne und schließen sich bei Regen.

Die Zwiebeln, auch Kormi genannt, werden in einer Tiefe von ca. 5 cm, wenn möglich in Gruppen von 5 bis 10 Stück, die etwa zehn Zentimeter voneinander entfernt sind, platziert, um eine harmonische Blüte zu erreichen. Ein einfacher, gut durchlässiger Gartenboden, dessen Oberfläche möglicherweise mit Sand bearbeitet wurde, ist perfekt geeignet. Wenn die Zwiebeln in Töpfen oder Pflanzgefäßen gepflanzt werden, besteht der Boden aus einem Drittel Oberboden, einem Drittel Kompost zum Pflanzen und einem Drittel Sand. Nach dem Pflanzen mit Erde bedecken, leicht pressen und dann wässern.

Später ist der Anbau von Krokussen ohne Aufwand und sie vermehren sich sogar von Jahr zu Jahr auf natürliche Weise, ohne dass ein Eingriff erforderlich ist. In der kalten Jahreszeit ist es jedoch gut, darauf zu achten, dass der Boden nicht zu nass ist. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass die Blätter nicht geschnitten werden, bevor sie vergilbt und verwelkt sind, damit die Pflanze nach der Blüte ihre Reserven wieder auffüllen kann. Was verwelkte Blüten betrifft, so werden sie nach und nach entfernt.

Nehmt euch in Acht vor Raubtieren!
Krokusse sind winterharte Pflanzen, die tapfer Krankheiten und Schädlingen widerstehen, aber nichts gegen die Gier einiger Feinde tun können. Gärtner, nehmen Sie sich in Acht vor Mäusen, Feldmäusen und anderen Nagetieren, die die jungen Zwiebeln gnadenlos genießen.

Fotos: Simone Collet

Die große Wirkung der kleinen Brennnessel

  • Schweiz
  • 14.9.2018

Text Simone Collet
Das Sprichwort "Wer nicht hören will, muss fühlen", trifft auf die Brennnessel voll und ganz zu. Gleichwohl hat sie zahlreiche Vorzüge…

nettleWenn wir unser Gedächtnis nur tief genug durchforsten, werden wir alle auf die schmerzhafte Erinnerung eines unglücklichen Sturzes in einen Brennnesselstrauch stoßen, gefolgt von einem schrecklichen Brennen, das auf unserer Haut sofort riesige Quaddeln entstehen ließ!

Glücklicherweise klingt der brennende Juckreiz schnell wieder ab und diese ungeliebte Pflanze verdient es trotzdem, geschätzt zu werden. In der Tat hat sie mehr Vorzüge als ihr bescheidenes Äußeres vermuten lässt, und dies insbesondere im Bereich der Ernährung.

Im Frühling und Herbst sind die Blätter der noch nicht blühenden jungen Brennnesseln reich an Antioxidantien und weisen einen hohen Gehalt an Vitamin E und insbesondere Vitamin C auf. Bei gleichem Gewicht enthalten Sie drei- bis viermal mehr Vitamin E und C als eine Orange! Darüber hinaus sind sie reich an wertvollen Mineralstoffen wie Magnesium, Zink, Kalzium und vor allem Eisen, das einen wesentlichen Faktor bei der Bekämpfung von Blutarmut darstellt. Zusätzlich eliminieren sie die für Akne und andere Hauterkrankungen verantwortlichen Giftstoffe.

 

Die Brennnessel und die Hungersnot
Während der letzten großen Hungersnot, welche die Schweiz zu Beginn des 19. Jahrhunderts traf, ermöglichten die nährenden Eigenschaften der Brennnessel der Alpenbevölkerung das Überleben.

Im Jahre 1815 wurde beim Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien Energie freigesetzt, die 170 000 Atombomben von Hiroshima entsprach. Die Katastrophe tötete 90 000 Personen vor Ort und kostete in den Folgejahren Tausenden weiteren Opfern in Europa und in der Schweiz das Leben.

Die in 30 km Höhe geschleuderte Asche kam auf die Erde zurück, verdunkelte den Himmel und ließ die Temperatur auf der Nordhalbkugel um 2,4°C sinken.

Die sonnenlosen Sommer vernichteten den Anbau. Um zu überleben, musste sich die Bevölkerung von Gras und Brennnesseln ernähren. In den Bergen machte man sich auch an den unzugänglichsten Stellen wie an Abhängen, in Schluchten, usw. auf die Suche nach Brennnesseln. Zahlreiche Bewohner mussten für eine Handvoll Brennnesseln mit ihrem Leben bezahlen.

 

Die Vorzüge der Brennnessel
nettleHeutzutage finden Brennnesselliebhaber die Pflanze mühelos am Rande von Wegen und Wasserläufen, auf Brachland und am Waldrand, wo sie günstige Lebensbedingungen antrifft.

Man muss die ganze Pflanze pflücken und zuhause dann die frischen oberen Blätter abzupfen. Als Vorsichtsmaßnahme meidet man die Blätter des unteren Teils, die durch Tierkot beschmutzt sein könnten, und verschmäht Brennnesseln, die am Straßenrand oder in der Nähe von Feldern wachsen, die mit chemischen Produkten behandelt wurden.

Zum Verzehr kann man die Brennnessel wie Spinat kochen. Man kann daraus Suppen, Salate, Kuchen und sogar Tees zaubern. In Fachgeschäften findet man die Brennnessel selbst im Regal der Kosmetikprodukte.

 

Strategien der Brennnessel
Die Tatsache, dass die Brennnessel den Unvorsichtigen, der ihr zu nahekommt, übelst bestraft, gründet in der wirksamen Abwehr der Gelüste von Pflanzenfressern und Insekten.

nettleIhre Brennhaare injizieren in die Haut all jener, die mit ihnen in Berührung kommen, eine als Histamin bezeichnete Substanz, die Säuren ermöglicht, unter die Haut einzudringen. Das nachfolgende intensive Verbrennungsgefühl schlägt den Eindringling unverzüglich in die Flucht! Zur Abwehr von Insekten weisen die Blätter der Brennnessel dünne und mit bloßem Auge sichtbare Auswüchse auf, die ihre Gefäße schützen und ihre natürlichen Feinde daran hindern, an den Saft zu gelangen.

In der Natur gesammelt, kostet uns die Brennnessel keinen Cent! Und ihre ausgeklügelten Strategien schrecken einen besonnenen Gärtner keineswegs ab: Es genügt, Handschuhe anzuziehen, sich mit einer Schere zu wappnen und einen Bund Brennnesseln abzuschneiden. Danach ist auch jedwede Gefahr gebannt: Sobald die Brennnessel gepflückt ist, sticht sie nicht mehr. Weshalb sollte man also auf sie verzichten?

 

Leckere Rezepte
Brennnesselsuppe aus dem Jahr 1818
- Einen Bund Brennnesseln pflücken;
- die zarten Blätter abzupfen und waschen;
- zwei Esslöffel Öl in einem Topf erhitzen;
- eine in dünne Scheiben geschnittene Zwiebel bei schwacher Hitze dünsten lassen;
- 4 geschälte und in Würfel geschnittene Kartoffeln hinzugeben;
- die Brennnesselblätter hinzufügen;
- alles mit Wasser bedecken, salzen und pfeffern;
- Aufkochen und danach bei geringer Hitze 30 Minuten köcheln lassen.

Variante 2018:
Alle Zutaten pürieren, 100 – 200 ml Sahne hinzufügen;
erneut erwärmen und servieren.

Gedünstete Brennnesseln
- Eine Zwiebel in dünne Scheiben schneiden;
- eine Knoblauchzehe hacken;
- ein Stückchen Butter in einer Pfanne schmelzen lassen;
- den Knoblauch und die Zwiebel darin andünsten;
- die gewaschenen Brennnesselblätter hinzufügen und 10 Minuten dünsten;
- mit Bratkartoffeln servieren.

Wintergemüse - Fit durch die kalte Jahreszeit

  • Schweiz
  • 14.3.2018

Haben Sie schon mal im Süden Europas eine reife Orange frisch vom Baum gepflückt und direkt gegessen? Dann wissen Sie, welchen geschmacklichen Unterschied es macht, regionales Obst oder Gemüse zu verzehren. Zu frühes Ernten und lange Transportwege tragen dazu bei, dass Lebensmittel aus fernen Ländern an Aroma verlieren.

Umso sinnvoller ist es, auf heimische Produkte zurückzugreifen. Im Winter ist die Auswahl zwar kleiner als im Sommer, dafür aber nicht weniger schmackhaft. In der kalten Jahreszeit haben zahlreiche Gemüsearten Hochsaison.

Aroma trifft auf Vitamine

Es kann kein Zufall sein, dass Wintergemüse reich an Vitaminen ist. Rotkohl oder Weißkraut enthalten viel Vitamin C. Rote Beete steckt voller Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Eisen und Kalzium. Der Kürbis steht dem in Nichts nach und trumpft mit den Vitaminen A, E und C auf. Und obwohl man es dem Lauch nicht ansieht, enthält er eine gute Portion an Betacarotin.

All diese Vitamine benötigt unser Körper für ein starkes Immunsystem. Und das wiederum brauchen wir, um gesund durch den Winter zu kommen. Wintergemüse ist aber nicht nur ein hervorragender Vitaminspender, sondern auch noch sehr aromatisch.

Fünf Wintergemüse unter der Lupe

An der Roten Beete scheiden sich die Geister. Die einen lieben, die anderen hassen sie. Dabei kennen sie viele nur in der eingelegten Variante. Als Rohkost-Salat oder gekocht mit einer cremigen Sahnesoße schmeckt sie jedoch ganz anders. Mit ihrem hohen Gehalt an Betain unterstützt sie unsere Verdauung und somit die reibungslose Ausscheidung von Stoffwechselprodukten. Auch optisch macht die rote Knolle ganz schön etwas her und bringt einen kräftigen Schuss Farbe auf den Teller.

Kommen wir zum Rosenkohl, einem wahren Nährstoffwunder. Er gehört zu den Gemüsesorten mit den meisten Ballaststoffen und zählt zu den besten Lieferanten für Kalium. Obwohl die kleinen Röschen solche Kraftpakete sind, mag sie nicht jeder. Der Grund dafür ist ihr leicht bitterer Geschmack, der gerade Kinder nicht so begeistert. So fristet der Rosenkohl häufig ein tristes Dasein als Beilage. Ganz anders kommt er aber als Hauptgericht daher. In Kombination mit Curry bekommt er gleich eine ganz andere Note und seine Bitterstoffe rücken dezent in den Hintergrund.

LauchWerfen wir einen Blick auf ein weiteres Wintergemüse, den Lauch. Allicin heißt der Stoff, der ihn besonders auszeichnet. Dieser Schwefelverbindung wird eine antibakterielle Wirkung zugeschrieben. Sie ist auch der Grund für den zwiebeltypischen Geruch des Gemüses. Durch seinen intensiven Geschmack kann er wie ein Gewürz verwendet werden, um eine Speise aufzupeppen. Köstlich ist er aber auch als Kuchen, Suppe oder Risotto.

Einen seltsamen Namen hat er, der Butternusskürbis. Etwas ungewöhnlich ist auch seine Form, die der einer Birne ähnelt. So wundert es nicht, dass er auch als Birnenkürbis bezeichnet wird. Was ihn auszeichnet, ist sein besonders weiches Fruchtfleisch, das dezent nach Butter schmeckt. Er überzeugt jedoch nicht nur geschmacklich, sondern auch durch seine Inhaltsstoffe wie Vitamin A, Vitamin C, Kalium, Magnesium und Calcium. Auf dem Teller glänzt er in vielen Variationen. Ob als Suppe, Püree, geröstet oder roh, seine nussige Note passt zu vielen Gerichten.

Das fünfte Gemüse im Bunde ist der Blumenkohl. Es ist ihm zwar nicht anzusehen, aber er ist eine ziemliche Vitamin C-Bombe. 100 Gramm Blumenkohl enthalten genauso viel Vitamin C wie 100 Gramm Orangen. Im Gepäck hat er außerdem Vitamin K, das unter anderem wichtig für die Blutgerinnung ist. Blumenkohl ist leicht verdaulich und kann roh verzehrt werden. Gerade in der kalten Jahreszeit bieten sich natürlich Rezepte an, bei denen er warm zubereitet wird. Ob roh, gekocht, gebacken oder gebraten, die weißen Röschen haben es in sich.

Mit knackigem Wintergemüse kommt in der Küche so schnell kein Winterblues auf. Und wenn Sie diese fünf nicht mögen, dann bestimmt eines der zahlreichen anderen. Statt kaltem Wetter gibt es nun warme Gerichte – guten Appetit.

 

Rezepte mit Wintergemüse

RisottoLauch-Risotto

250 g Lauch
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
150 g Risottoreis
75 ml Weißwein
250 ml Gemüsebrühe
100 g geriebener Käse (Parmesan, Gruyère, etc.)
1 EL Öl
Pfeffer und Salz

Die Hälfte der Zwiebel in feine Ringe schneiden. Dann in etwas Öl anbraten bis sie braun und knusprig sind und zur Seite stellen.

Den geputzten Lauch in feine Ringe schneiden. Die restliche Zwiebel und den Knoblauch kleinhacken und in heißem Öl andünsten. Reis dazugeben, kurz andünsten und dann mit Wein und Brühe auffüllen, bis er gerade bedeckt ist. Bei mittlerer Hitze im zugedeckten Topf köcheln lassen. Zwischendurch umrühren und mit Wein und Brühe auffüllen. Das Risotto braucht ca. 30 Minuten, bis es gar ist. 10 Minuten vor Ende den Lauch dazugeben und mit köcheln lassen. Zum Schluss den Käse unterheben und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Mit den gebratenen Zwiebelringen servieren.

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